Die Lausitzer Rundschau berichtet am 02.02.2026über die wirtschaftliche Situation bei Handwerk & Gewerbe in der Lausitz.
Daraus lesen Sie hier die Zusammenfassung des Artikels:
Handwerk und Gewerbe in der Lausitz stehen stark unter Druck. Trotz milliardenschwerer Fördermittel für den Strukturwandel im Zuge des Kohleausstiegs profitieren kleine und mittelständische Betriebe kaum. Immer mehr Unternehmen schließen, vor allem wegen fehlender Nachfolger und einer überalterten Inhaberschaft. Zwar gibt es Neugründungen, doch sie gleichen die zahlreichen Betriebsschließungen nicht aus.
Die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer Cottbus schlagen Alarm: Der Mittelstand verliert im Strukturwandel an Boden, die Stimmung verschlechtert sich und Innenstädte veröden. Große Zukunftsprojekte wie der Science Park oder die Medizinische Universität schaffen zwar Arbeitsplätze, binden aber die regionale Wirtschaft nur unzureichend ein. Auch bei Großbaustellen bleibt der Anteil regionaler Wertschöpfung gering.
Ohne gezielte Einbindung des lokalen Handwerks droht der Strukturwandel zu scheitern. Denn fehlen Handwerker und Dienstleister vor Ort, verlieren die Fördermilliarden ihre Wirkung und die Region weiter an Attraktivität.
Leserbrief an die LR zum Artikel: Handwerk und Gewerbe verlieren an Boden
Sehr geehrte Damen und Herren,sind die Kammern endlich aufgewacht? Haben es die verantwortliche n Politiker nun endlich gehört? Über mehrere Jahre haben Betroffene, allen voran die Vertreter der Mittelstandsini tiative Brandenburg e.V. bei Demonstrationen wie "5 nach 12" und zu jeder sich bietenden Gelegenheit darauf hingewiesen! Die Problemlagen wurden über Themenanträge in die Sitzungen des Sonderausschuss es Lausitzer Strukturwandel getragen. Permanent wird eine Sensibilisierun g u.a. des Beirates und der Steuerungsgremi en des Net Zero Valleys versucht. Ja, die Demografie, ein zunehmender Wettbewerb um die Arbeitskräfte, ständig steigende Abgaben und und und nagen seit langem an der Substanz! Verantwortliche in Verwaltung und Politik verkleistern sich den Blick mit immer neuen, teuren Ideen, folgen in der Regel widerspruchslos dem Mainstream der Bundes- und Europapolitik und vergessen, dass alle -in unserer Region überwiegend - von den Abgaben der Klein- und Mittelständischen Unternehmer und deren Beschäftigten leben!
Eine Betriebsübergabe mit Beschäftigungssi cherung gelingt nur mit hinreichender Perspektive. Es liegt an den politisch Verantwortliche n Rahmenbedingung en so zu modelieren, dass eine Zukunft wirtschaftlich darstellbar bleibt. Ein Diskurs darüber findet aber nicht statt.
Eine Ausgrenzung ist durch die geplante Net Zero Valley Region, mit ausschließlicher Bevorzugung von genehmen Neuansiedlungen mit überhoher Förderquote, ohne Nachweis einer nachhaltigen Wirtschaftlichk eit und in der Regel ohne Beschäftigungszu sage gegeben. Große Strukturwandeli nvestitionen werden am Stück an Generalübernehmer vergeben. Die Losgrößen und Vergabebedingun gen bei entsprechenden Ausschreibungen verhindern nach wie vor eine breite Teilhabe. Bewerbungsbedin gungen bleiben hochkomplex, aber nach offizieller Sicht erleichtert ein über 400 ! seitiges Handbuch hierzu die Teilnahme?!
Alle reden über die Attraktivität einer Region. Aber sagt nicht auch die Art des Umgang mit den Bestandsunterne hmen viel über die Nachhaltigkeit einer Willkommenskult ur aus?
Mit freundlichen Grüßen
Marco Schmidt
01968 Senftenberg